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Kalibrierscheine erstellen

Mit Kalibrierschein hinzufügen dokumentieren Sie die Kalibrierung eines einzelnen Prüfmittels. Memida übernimmt die Messpunkte aus der Messwertvorlage und bewertet die erfassten Istwerte anhand der hinterlegten Grenzwerte und Messunsicherheiten. Daraus erstellt Memida einen digitalen Kalibrierschein (DCC) als XML-Datei mit einer lesbaren PDF-Darstellung.

Sie können den Kalibrierschein ohne elektronisches Siegel abschließen oder ihn vor dem Abschluss siegeln. Für bereits vorhandene Laborberichte verwenden Sie den Kalibrierscheinimport.

Abb.:1 Kalibrierablauf vom Prüfmittel bis zur lesbaren Darstellung der Messpunkte

Kalibrierung am Prüfmittel starten​

Öffnen Sie die Prüfmittelakte des einzelnen Prüfmittels und wählen Sie unter Aktion den Eintrag Kalibrierschein hinzufügen (1). Falls mehrere freigegebene Kalibrierpläne verfügbar sind, wählen Sie unter Kalibrierplan auswählen den vorgesehenen Plan und bestätigen Sie Kalibrierung starten.

Der Gerätestammsatz benötigt eine aktive Messwertvorlage. Fehlt sie, zeigt Memida Für dieses Gerät ist noch keine Messwertvorlage hinterlegt. Für archivierte Prüfmittel und Prüfmittelgruppen steht die Funktion nicht zur Verfügung. Kalibrierungen werden an den einzelnen Prüfmitteln dokumentiert.

Ein Kalibrierplan ergänzt die Messwertvorlage um Vorgaben für die Durchführung, etwa erforderliche Messbedingungen und vorgeschlagene Referenzgeräte. Sind mehrere Pläne verfügbar, wird der am Prüfmittel zugeordnete Standard gekennzeichnet. Ihre Auswahl gilt für diesen Kalibrierlauf und ändert die dauerhafte Zuordnung am Prüfmittel nicht. Ohne freigegebenen Plan ist die Kalibrierung mit der Messwertvorlage möglich.

Memida schreibt die verwendeten Vorlagen- und Planrevisionen beim Start fest. Ein Planwechsel innerhalb desselben Laufs ist nicht möglich. Um einen anderen Plan zu verwenden, verwerfen Sie den Entwurf und starten neu. Öffnen Sie die Funktion erneut mit demselben Benutzerkonto, setzt Memida den offenen Entwurf für dieses Prüfmittel fort.

Vorlage und Kalibrierdaten prüfen​

Im Schritt Vorlage & Kalibrierdaten kontrollieren Sie die Messwertvorlage, ihre Revision, die Messgruppen und Messpunkte. Unter Prüfvorgaben finden Sie den Kalibrierplan und gegebenenfalls zugehörige Prüfanweisungen und Dokumente.

Abb.:2 Messwertvorlage und Kalibrierplan für den Kalibrierlauf

Prüfen Sie anschließend die Kalibrierdaten:

AngabeVerhalten
KalibrierdatumErforderlich; das Datum darf nicht in der Zukunft liegen.
KalibrierlaborStammdaten oder die festgelegte Kalibrierstelle des Plans werden übernommen und sind dann nicht frei änderbar.
Verantwortliche PersonMemida übernimmt die angemeldete Person.
KundeMemida übernimmt die Firma aus der Prüfmittelzuordnung.
Kalibrierverfahren, Norm / RichtlinieMemida übernimmt die Angaben unveränderlich aus der festgelegten Vorlagenrevision.

Die strukturierten Adressdaten von Labor und Kunde werden für den DCC geprüft. Meldet Memida unvollständige Kundendaten, ergänzen Sie die Angaben im Kundenstamm und prüfen Sie den Entwurf erneut. Eine freie Eingabe unter Kalibrierort ersetzt diese Stammdaten nicht.

Unter Weitere Angaben & Messbedingungen erfassen Sie bei Bedarf Kalibrierort, Bemerkungen, Temperatur, Relative Luftfeuchte, Luftdruck, Aufwärmzeit, Beginn, Ende und Hinweise zu den Messbedingungen. Vom Plan verlangte Angaben erscheinen unter Erforderliche Messbedingungen. Beginn und Ende dürfen nicht in der Zukunft liegen; Ende darf nicht vor Beginn liegen. Wählen Sie anschließend Weiter.

Tatsächlich verwendete Referenzgeräte dokumentieren​

Im Schritt Referenzgeräte erfassen Sie die tatsächlich verwendeten Normale. Sie können einer Messgruppe oder einem einzelnen Messpunkt mehrere Referenzgeräte zuordnen, wenn Sie für die Kalibrierung mehrere Normale benötigen. Memida übernimmt die Vorschläge aus dem Kalibrierplan. Passen Sie diese an die tatsächlich verwendeten Referenzgeräte an.

Abb.:3 Referenzgeräte für Messgruppen und einzelne Messpunkte

Wählen Sie in der betreffenden Messgruppe Referenzgerät hinzufügen und als Herkunft In Memida geführtes Prüfmittel oder Extern geführtes Referenzmittel. Geben Sie das verwendete Referenzgerät und den Verwendeten Messbereich an und bestätigen Sie mit Zuordnung übernehmen. Wiederholen Sie diesen Vorgang für jedes weitere Referenzgerät der Messgruppe. Dabei können Sie interne Prüfmittel und externe Referenzmittel kombinieren.

Für abweichende Zuordnungen an einem einzelnen Messpunkt öffnen Sie Messpunktausnahmen und wählen Referenzgerät für Messpunkt hinzufügen (1). Wählen Sie den Messpunkt und erfassen Sie das Referenzgerät mit seinem verwendeten Messbereich. Auch für denselben Messpunkt können Sie auf diesem Weg mehrere Referenzgeräte hinzufügen.

Die am Messpunkt hinterlegten Referenzgeräte ersetzen für diesen Messpunkt die gesamte Referenzgeräteliste der Messgruppe. Benötigen Sie am Messpunkt zusätzlich zu einem anderen Normal auch Referenzgeräte aus der Gruppenzuordnung, hinterlegen Sie diese ebenfalls am Messpunkt. Ohne Messpunktausnahme gelten die Referenzgeräte der Messgruppe.

Über Bearbeiten am Stiftsymbol (2) ändern Sie eine vorhandene Zuordnung, etwa das Referenzgerät oder den verwendeten Messbereich. Bestätigen Sie die Änderungen mit Zuordnung übernehmen.

In der Referenzgeräteliste einer Messgruppe oder eines Messpunkts darf dasselbe Referenzgerät nur einmal vorkommen. Noch nicht übernommene Eingaben müssen Sie übernehmen oder verwerfen, bevor Sie den Schritt wechseln.

Bei externen Referenzmitteln ergänzen Sie außerdem Begründung, Kalibrierschein-Referenz und Eignung erklärt bis. Eignung erklärt ab (optional) begrenzt den Zeitraum bei Bedarf zusätzlich. Der erklärte Zeitraum muss das Kalibrierdatum einschließen. Memida prüft anhand dieser Angaben nicht die metrologische Rückführbarkeit des externen Referenzmittels.

Hinweise zur Eignung bearbeiten​

Memida bewertet jedes in Memida geführte Referenzgerät einzeln zum angegebenen Kalibrierdatum. Die letzte passende Kalibrierprüfung, ihre Einsatzentscheidung und die dokumentierte Rekalibrierfälligkeit werden dabei berücksichtigt.

Memida verlangt eine ausdrückliche Bestätigung der Verwendung, wenn eine Kalibrierprüfung oder Rekalibrierfälligkeit fehlt, das Referenzgerät als nicht einsatzfähig bewertet ist oder seine Rekalibrierung am Kalibrierdatum überfällig war. Prüfen Sie die mögliche Auswirkung auf die Kalibrierung, bevor Sie bestätigen. Mehrere Hinweise erfordern jeweils eine eigene Bestätigung. Memida speichert diese Bestätigungen zum Kalibrierlauf. Der Kalibrierstatus des Referenzgeräts bleibt unverändert.

Ein fehlender oder nicht verifizierbarer Kalibriernachweis wird gesondert als Hinweis angezeigt. Die Meldung über eine überfällige Rekalibrierung ist von der Prüfung des Kalibriernachweises zu unterscheiden.

Ändern Sie das Kalibrierdatum oder die Zuordnung, müssen betreffende Bestätigungen erneut geprüft werden. Wählen Sie danach Weiter.

Messwerte und Bemerkungen erfassen​

Im Schritt Messwerte (Abb. 1, Markierung 2) geben Sie für jeden Messpunkt den Istwert ein. Soll, Grenzen und U (k = 2) stammen aus der festgelegten Vorlagenrevision und können während der Kalibrierung nicht geändert werden.

Messreihen aus einer Tabelle übernehmen

Mit Enter wechseln Sie zum nächsten Istwert. Mehrzeilige Werte aus einer Tabellenkalkulation können Sie ab dem ausgewählten Istwert einfügen; Memida übernimmt die erste Spalte der eingefügten Zeilen in die folgenden Messpunkte. Prüfen Sie danach die Zuordnung.

Zulässig sind Dezimalzahlen mit höchstens zwölf Stellen vor und acht Stellen nach dem Komma.

Über Bemerkung hinzufügen am jeweiligen Messpunkt dokumentieren Sie Besonderheiten dieses Messwerts. Später öffnen Sie sie mit Bemerkung bearbeiten. Messpunktbezogene Bemerkungen bleiben dem jeweiligen Messpunkt zugeordnet und werden in den Kalibrierschein übernommen.

Messunsicherheit und Bewertung verstehen​

Für den Kalibrierschein verwendet Memida die hinterlegte erweiterte Messunsicherheit U (k = 2) und weist die Überdeckungswahrscheinlichkeit 0,95 aus. Memida berechnet aus den eingegebenen Istwerten kein Unsicherheitsbudget. Die Herkunft des verwendeten Modells wird unter Technische U-Provenienz dokumentiert.

Memida verwendet die Entscheidungsregel Einfache Akzeptanz mit Hinweis mit VDI/VDE/DGQ/DKD 2618 Blatt 1.3 und VDI/VDE/DGQ/DKD 2622 Blatt 1.2 als fachlicher Richtschnur. Die Regel bewertet den Istwert und das Intervall von Istwert minus U bis Istwert plus U bei zweiseitigen Grenzen. Die Bewertung während der Eingabe ist vorläufig; Memida prüft sie vor dem Abschluss erneut:

BewertungBedeutung
P · ErfülltDas gesamte Intervall liegt innerhalb der Grenzen, einschließlich der Grenzwerte.
N+ · Bedingt erfülltDer Istwert liegt innerhalb der Grenzen, das Intervall ragt über mindestens eine Grenze hinaus.
N− · Bedingt nicht erfülltDer Istwert liegt außerhalb der Grenzen, das Intervall berührt oder überlappt den zulässigen Bereich.
F · Nicht erfülltDas gesamte Intervall liegt außerhalb der Grenzen.

Die Konformitätsaussage des Kalibrierscheins folgt der strengsten Messpunktbewertung in der Reihenfolge F, N−, N+, P. Davon getrennt zeigt Memida die Abgeleitete Einsatzentscheidung: Einsatzfähig, wenn alle Messpunkte P erhalten; Bedingt einsatzfähig, wenn mindestens ein N+ und kein N− oder F vorliegt; Nicht einsatzfähig, sobald ein Messpunkt N− oder F erhält. Diese automatische Zuordnung ersetzt nicht Ihre Beurteilung der Eignung für den vorgesehenen Einsatz.

Fehlende oder ungültige Istwerte müssen Sie korrigieren, bevor Memida eine vollständige Konformitätsbewertung und Einsatzentscheidung ausgibt und den Kalibrierschein erstellen kann.

Arbeitsstand speichern und fortsetzen​

Memida speichert Ihre Eingaben während der Bearbeitung automatisch. Bei Speichern fehlgeschlagen wählen Sie unter Aktion den Eintrag Erneut speichern. Ein Schrittwechsel erfolgt erst nach erfolgreichem Speichern. Verlassen Sie die Seite erst, wenn Ihre Eingaben gespeichert sind.

Wurde derselbe Entwurf in einer anderen Sitzung geändert, zeigt Memida Entwurf wurde an anderer Stelle geändert. Ihre noch nicht gespeicherten Eingaben bleiben im geöffneten Formular erhalten. Nach dem Laden des aktuellen Serverstands wählen Sie:

  • Serverstand übernehmen verwirft Ihre noch nicht gespeicherten lokalen Änderungen.
  • Lokalen Stand vollständig speichern ersetzt den vollständigen Serverstand durch Ihre lokale Version. Zwischenzeitliche Änderungen aus der anderen Sitzung gehen dabei verloren; Memida führt die beiden Stände nicht automatisch zusammen.

Entwurf verwerfen entfernt die bisher erfassten Kalibrierdaten und Messwerte aus diesem Arbeitsstand. Bestätigen Sie den Dialog nur, wenn Sie diese Eingaben nicht mehr benötigen. Ein bereits abgeschlossener oder verworfener Lauf kann nicht erneut als Entwurf bearbeitet werden.

Wurde für einen älteren Entwurf ohne Plan inzwischen ein Kalibrierplan freigegeben, fordert Memida einen Neustart: Verwerfen Sie den alten Entwurf und starten Sie die Kalibrierung erneut mit dem freigegebenen Plan.

Vorschau kontrollieren und abschließen​

Wählen Sie nach der Messwerterfassung Weiter. Memida prüft den gespeicherten Arbeitsstand einschließlich Stammdaten, Messbedingungen, Referenzgeräten und Messwerten. Bei Fehlern führt Memida Sie zum betreffenden Schritt zurück. Zusätzliche Bestätigungen zu Referenzgeräten bearbeiten Sie ebenfalls dort.

Abb.:4 Kalibrierschein-Vorschau mit Zusammenfassung und Abschlussoptionen

Nach erfolgreicher Prüfung öffnet sich Prüfen & hinzufügen. Während Kalibrierschein wird erstellt erzeugt Memida die PDF-Vorschau. Sie erscheint automatisch nach Abschluss der Verarbeitung.

Die menschenlesbare Darstellung der Messpunkte (Abb. 1, Markierung 3) zeigt die Werte und Konformitätsbewertungen in einer Tabelle. Die Grafik darunter veranschaulicht die Messabweichungen und Messunsicherheiten im Verhältnis zu den Annahmegrenzen.

Kontrollieren Sie das Dokument, die Zusammenfassung, die Konformitätsaussage, die Abgeleitete Einsatzentscheidung und die Mess- und Prüfdetails. Die Vorschau allein legt noch keinen Prüfbericht an.

Mit Zurück öffnen Sie die Messwerterfassung erneut. Nach Änderungen muss Memida den neuen Arbeitsstand erneut prüfen und die Vorschau neu erzeugen. Bei einem vorübergehenden Fehler können Sie Erneut versuchen wählen.

Zum Abschluss stehen diese Wege bereit:

  • Ohne elektronisches Siegel abschließen legt den Prüfbericht mit DCC-XML und PDF-Darstellung an. Dieser Abschluss enthält kein elektronisches Siegel.
  • Siegeln und abschließen übergibt den DCC an Memida Signing.
  • XML herunterladen und extern siegeln führt durch den manuellen Siegelablauf.

Die Anleitung zu den Siegelverfahren, Statusanzeigen und Abbruchmöglichkeiten finden Sie unter Kalibrierscheine siegeln und abschließen.

Fertigen Kalibrierschein verwenden​

Nach Kalibrierschein hinzugefügt öffnet Memida den Prüfbericht. Die XML-Datei enthält den DCC in Version 3.3.0. Mit PDF ansehen öffnen Sie die zugehörige lesbare Darstellung; Herunterladen an der XML-Datei lädt den eigentlichen DCC herunter.

Der abgeschlossene DCC-Prüfbericht und seine Dateien können nicht nachträglich geändert werden. Änderungen an Stammdaten, Messwertvorlagen oder Kalibrierplänen wirken sich nicht auf den gespeicherten Kalibrierschein aus. Prüfen Sie deshalb Inhalt, Konformitätsaussage und Einsatzentscheidung vor dem Abschluss.

Memida berücksichtigt den neuen Prüfbericht bei der Ermittlung des Prüfmittelzustands und des nächsten Prüfdatums. Das im Kalibrierplan angezeigte Intervall ist eine Empfehlung; es ersetzt beim Abschluss nicht automatisch das am Prüfmittel geltende Prüfintervall.