Messwertvorlagen
Eine Messwertvorlage legt die Messgrößen und Messpunkte für die Kalibrierung eines Gerätemodells fest. Sie enthält das Kalibrierverfahren, die Einheiten sowie Sollwerte, Grenzwerte und Messunsicherheiten. Sie verwalten diese Angaben unter Einstellungen → Stammdaten → Messwertvorlagen.
Memida verwendet die Vorlage für die Messwerterfassung und den digitalen Kalibrierschein (DCC). Vorgaben zum Durchführungsort, zu erforderlichen Messbedingungen und zu Referenzgeräten hinterlegen Sie in einem Kalibrierplan. Die tatsächlich gemessenen Werte erfassen Sie erst bei der Kalibrierung des einzelnen Prüfmittels.
Eine Vorlage anlegen
Innerhalb Ihres Mandanten kann einem Geräte-Stammsatz jeweils eine aktuelle Messwertvorlage zugeordnet sein. Legen Sie bei Bedarf zuerst die Geräte-Stammdaten an. Die Übersicht zeigt Geräte-Stammsätze mit und ohne Vorlage; Sie können nach Geräte-Stammsatz, Vorlagenname oder Verfahren suchen.
- Wählen Sie Messwertvorlage anlegen.
- Wählen Sie im Schritt 1 · Vorlage den Geräte-Stammsatz aus.
- Tragen Sie Name und Kalibrierverfahren ein. Ergänzen Sie bei Bedarf Beschreibung und Norm/Richtlinie.
- Prüfen Sie den Schalter Vorlage aktiv.
- Öffnen Sie Weiter zu Messpunkten und erfassen Sie die Messgruppen und Messpunkte.
- Wählen Sie Hinzufügen, um die vollständige Vorlage zu speichern.
Mit Aus bestehender Vorlage übernehmen können Sie beim Anlegen die Inhalte einer vorhandenen Vorlage kopieren. Der Ziel-Geräte-Stammsatz bleibt frei wählbar. Prüfen Sie die übernommenen Werte vor dem Speichern; die neue Vorlage wird unabhängig von der Ausgangsvorlage geführt.
Angaben zur Vorlage
Erfassen Sie zunächst die Grunddaten der Vorlage. Verfahren und Norm gelten für alle Messgruppen, sofern Sie dort keine abweichenden Angaben hinterlegen:
| Feld | Verwendung |
|---|---|
| Geräte-Stammsatz | Erforderliche Zuordnung zum Modell. Sie bleibt beim späteren Bearbeiten unverändert. |
| Name | Erforderliche Bezeichnung; höchstens 255 Zeichen. |
| Beschreibung | Optionaler erläuternder Text; höchstens 4.000 Zeichen. |
| Kalibrierverfahren | Erforderliche Beschreibung des Verfahrens; höchstens 1.000 Zeichen. |
| Norm/Richtlinie | Optionaler Verweis; höchstens 255 Zeichen. |
| Vorlage aktiv | Kennzeichnet die aktuelle Vorlagenrevision als aktiv. Für neue Kalibrierpläne werden nur Geräte-Stammsätze mit aktiver Vorlage angeboten. |
Messgruppen und Messpunkte festlegen
Im Schritt 2 · Messgruppen gliedern Sie die Vorlage nach Messgrößen. Eine Vorlage benötigt mindestens eine Messgruppe und jede Gruppe mindestens einen Messpunkt.
Abb.:1 Messgruppen und Messpunkte einer Messwertvorlage
Wählen Sie Messgruppe hinzufügen. Geben Sie einen Namen und die Messgröße an und wählen Sie die Einheit (1) aus. Unter Weitere Vorgaben der Messgruppe können Sie eine Beschreibung, ein Abweichendes Verfahren und eine Abweichende Norm / Richtlinie ergänzen. Ohne abweichende Angabe gelten das Verfahren beziehungsweise die Norm der Vorlage.
Mit Messpunkt hinzufügen ergänzen Sie die Punkte der Gruppe. Für jeden Messpunkt sind diese Angaben erforderlich:
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Bezeichnung | Name des Messpunkts; höchstens 255 Zeichen. |
| Soll | Vorgegebener Sollwert. |
| Minimum | Unterer Grenzwert. |
| Maximum | Oberer Grenzwert. |
| U (k = 2) | Erweiterte Messunsicherheit mit dem Erweiterungsfaktor 2. |
Bei Soll, Minimum und Maximum (2) muss der obere Grenzwert mindestens dem unteren entsprechen. Der Sollwert muss innerhalb der beiden Grenzwerte liegen. Die Messunsicherheit U (k = 2) (3) darf nicht negativ sein. Alle Punkte einer Messgruppe verwenden dieselbe Einheit. Dezimalwerte können Sie mit Komma oder Punkt eingeben.
Sie können Messgruppen und Messpunkte duplizieren, löschen und in ihrer Reihenfolge verändern. Nutzen Sie dazu die jeweiligen Aktionen zum Verschieben oder ziehen Sie den Eintrag an die gewünschte Stelle. Die gespeicherte Reihenfolge wird für die Messwerterfassung und den Kalibrierschein verwendet.
Einheiten auswählen
Memida speichert die Einheit als lesbare Anzeige, etwa V, und in der maschinenlesbaren Darstellung D-SI für den digitalen Kalibrierschein. Wählen Sie die Einheit, bevor Sie die Messpunkte einer neuen Gruppe bearbeiten.
Abb.:2 Einheitenkatalog für Messgruppen
Aus dem Katalog
Unter Aus Katalog können Sie die Einheit suchen. Die Auswahl zeigt zunächst häufig verwendete Einheiten. Die Suche berücksichtigt den gesamten Katalog; durch weiteres Scrollen werden zusätzliche Einheiten sichtbar.
Die Auswahl setzt Anzeige und D-SI-Darstellung gemeinsam. Alle Messpunkte der Gruppe übernehmen diese Einheit. Wenn Sie sie später über Einheit ändern wechseln, prüfen Sie auch die Zahlenwerte der Messpunkte: Der Einheitenwechsel rechnet Sollwerte, Grenzen und Messunsicherheiten nicht automatisch um.
Eine Einheit zusammensetzen
Unter Zusammensetzen bilden Sie eine Einheit aus Katalogeinträgen:
- Wählen Sie mindestens eine Einheit im Zähler aus.
- Ergänzen Sie bei Bedarf weitere Einheiten mit Faktor oder über Nenner hinzufügen.
- Legen Sie bei Bedarf Potenz und Bruchnenner für die Faktoren fest.
- Prüfen Sie die erzeugte Anzeige und die D-SI-Darstellung.
Jede gewählte Einheit darf in der Zusammensetzung nur einmal vorkommen. Die Zahlen für Potenz und Bruchnenner müssen ganze Zahlen zwischen 1 und 12 sein. Für bestimmte Einheiten ist ausschließlich die Potenz 1 zulässig; Memida zeigt unzulässige Kombinationen als Fehler an.
Änderungen und Revisionen
Wählen Sie in der Übersicht an der vorhandenen Vorlage Mehr → Bearbeiten. Speichern Sie Ihre Änderungen mit Speichern. Jede Änderung erzeugt eine neue Revision; die Geräte-Stammsatz-Zuordnung bleibt bestehen.
Kalibrierpläne und bereits begonnene Kalibrierläufe behalten die dort festgelegte Vorlagenrevision. Nachträglich geänderte Sollwerte oder Grenzwerte werden nicht übernommen. Aktualisieren Sie den Kalibrierplan auf die neue Vorlagenrevision, wenn diese für künftige Kalibrierungen gelten soll.
Wenn ein anderer Benutzer die Vorlage während Ihrer Bearbeitung gespeichert hat, bleibt Ihr Editor geöffnet. Memida lädt den aktuellen Revisionsstand nach und fordert Sie auf, die Eingaben zu prüfen und erneut zu speichern. Konnte der aktuelle Stand nicht geladen werden, versuchen Sie es später erneut oder öffnen Sie die Vorlage neu.
Beim Schließen mit ungespeicherten Änderungen können Sie Weiter bearbeiten oder Änderungen verwerfen wählen. Verworfene Eingaben seit dem Öffnen werden nicht gespeichert.
Eine Vorlage archivieren
Wählen Sie im Menü der Vorlage Vorlage archivieren und bestätigen Sie Messwertvorlage archivieren?. Die Vorlage steht danach nicht mehr für neue Kalibrierungen zur Verfügung. Bereits abgeschlossene Prüfberichte, Kalibrierscheine und verwendete Vorlagenrevisionen bleiben unverändert erhalten.
Ein Kalibrierplan, dessen Vorlage archiviert wurde, lässt sich nicht mehr für einen neuen Kalibrierlauf verwenden. Prüfen Sie die betroffenen Pläne und ziehen Sie nicht mehr benötigte Pläne zurück.
Für den Geräte-Stammsatz können Sie anschließend wieder eine Vorlage anlegen. Memida führt dabei die Revisionsfolge weiter, sodass die früher verwendeten Revisionen erhalten bleiben.